Kinderschutzkonzept

      • Kinderschutzkonzept

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        1.   Ziel und Grundhaltung

         

        Dieses Kinderschutzkonzept dient dem Schutz aller Schüler:innen vor psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt, vor Diskriminierung sowie vor Grenzverletzungen im schulischen Alltag und bei Schulveranstaltungen.

         

        Grundsätze

                          •               Der Schutz der Schüler:innen hat oberste Priorität.

                          •               Gewalt und Grenzverletzungen werden nicht toleriert.

                          •               Die Schule handelt rasch, nachvollziehbar, dokumentiert und nach klaren Zuständigkeiten.

                          •               Prävention ist Aufgabe der gesamten Schulgemeinschaft.

         

        2.   Prävention

         

        2.1.          Soziales Lernen und Klassenklima

         

        Ziel ist ein Schulklima, in dem Gewalt nicht als Lösung gewählt wird.

                          •               Soziales Lernen als fixen Bestandteil des Unterrichts nutzen

                          •               Empathie, Selbstkontrolle und Konfliktfähigkeit fördern (z. B. „Faustlos“/ähnliche Programme)

                          •               Regelmäßige Einheiten zu: Respekt und Grenzen, Mobbing & Zivilcourage, Diskriminierung & Vielfalt, Umgang mit Konflikten

         

        2.2.           Peer-Mediation / Streitschlichtung

                          •               Aufbau bzw. Nutzung von Peer-Mediation

                          •               Schlichtung vor allem bei „alltäglichen“ Konflikten

                          •               Ziel: Konfliktlösung auf Augenhöhe

         

        2.3.          Sprachsensibler Unterricht und Beziehung

                          •               Sprachsensibler Unterricht in allen Fächern

                          •               Wertschätzender Umgangston und klare Kommunikation als Vorbild

                          •               Mehrsprachigkeit als Ressource sichtbar machen

                          •               Kolleg:innen mit nichtdeutscher Erstsprache können (freiwillig) als zusätzliche Ansprechpersonen wirken

        3.   Kinderschutzteam und Vertrauenslehrpersonen

         

        3.1.          Struktur

                          •               Die Schule richtet ein Kinderschutzteam ein.

                          •               In jedem Jahrgang/Team ist mindestens eine Person als Ansprechperson benannt.

                          •               Das Team trifft sich regelmäßig zum Austausch und zur Fallberatung im Rahmen der Zuständigkeiten.

         

        3.2.          Aufgaben

                          •               Erstkontakt und Beratung für Schüler*innen und Lehrpersonen

                          •               Koordination bei Verdachtsfällen und Vorfällen

                          •               Weiterleitung an zuständige interne/externe Stellen

                          •               Entlastung der Klassenvorstände durch klare Tools und Abläufe

         

        3.3.          Fortbildung und Unterstützung

                          •               Fortbildung/Supervision für Kinderschutzteam und Vertrauenslehrpersonen

                          •               Gesprächsführung

                          •               Deeskalation

                          •               Verdachtsabklärung

                          •               Meldewege und Zuständigkeiten

         

        3.4.          Sichtbarkeit

                          •               Kinderschutzteam wird in den Klassen vorgestellt (durch Team/KVs)

                          •               Aushänge/Infoblätter: „Hier bekommst du Hilfe“

                          •               Niederschwellige Orientierung: „Wann wende ich mich wohin?“

         

        Schüler:innen brauchen einfache und sichere Wege, um Hilfe zu holen.

         

        Kontaktmöglichkeiten (schulisch geregelt)

                          •               Sorgen-/Kummerkasten

                          •               E-Mail-Adresse des Kinderschutzteams

                          •               Sprechstunde / Terminvereinbarung

                          •               QR-Code zu einem Online-Tool

         

        Hinweis zur Anonymität

                          •               Anonyme Meldungen sind möglich, aber bei Gefährdung besteht Weiterleitungspflicht.

         

         

        4.   Standards im Schulalltag

         

        4.1.          Einzelgespräche mit Schüler*innen

                          •               Professionelle Distanz wahren

                          •               Abstand situationsgerecht gestalten; Schüler*in fragen, ob Setting passt

                          •               Gespräch möglichst mit offener Tür oder in einsehbarer Umgebung

                          •               Zeitpunkt bewusst wählen (ruhige Grundhaltung)

                          •               Bei Bedarf zweite Lehrperson hinzuziehen

                          •               Alternativ Gespräch in Bewegung führen (Gang/Schulhof)

                          •               Bei aggressiven Schüler*innen: ruhig bleiben, klare Grenzen, situationsgerechter Augenkontakt

         

        4.2.          Digitale Kommunikation / Handy

                          •               Kommunikation mit Schüler*innen über EduPage/WiBi (schulische Kanäle)

                          •               WhatsApp wird abgelehnt

                          •               Bei Lehrausgängen: klare Erreichbarkeit, Treffpunkte, Notfallkette

                          •               Wege gut vorbereiten (Verkehrsmittel, Umstieg, Sammelpunkte)

                          •               Option: schulisches Wertkartenhandy für Lehrpersonen

         

        5.   Mehrtägige Schulveranstaltungen

                          •               Vor Betreten von Zimmern immer anklopfen und sich ankündigen

                          •               Wenn eine weibliche Lehrperson dabei ist: Mädchenzimmer durch weibliche Lehrperson betreten lassen

                          •               Handys werden über Nacht nach vereinbarter Regelung eingesammelt

                          •               Berührungen weitgehend vermeiden (auch beim Trösten – vorrangig verbal unterstützen)

         

         

        6.   Garderobe / Umziehsituation (BuS und Schwimmen)

         

        6.1.          Aufsicht

                          •               Es ist immer eine weibliche UND eine männliche Lehrperson anwesend.

                          •               Im Krankheitsfall ist die entsprechende Supplierung sicherzustellen.

         

        6.2.          Betreten der Garderoben

                          •               Lehrkraft klopft an und kündigt sich an.

                          •               Anweisungen möglichst durch geschlossene Tür.

                          •               Aufsicht: weibliche und männliche Person am Gang vor den Garderoben.

         

        6.3.          Turnsaal – Betreten und Verlassen

                          •               Klasse stellt sich nach dem Umziehen geschlossen an und betritt gemeinsam mit der Lehrperson den Turnsaal.

                          •               Kein Kind betritt den Turnsaal unbeaufsichtigt.

                          •               Verlassen des Turnsaals nur in Begleitung einer Lehrperson (Toilette/Garderobe).

         

        6.4.          Grundprinzipien BuS-Unterricht

         

        Respekt, Fair Play, Gleichberechtigung und ein gewaltfreies Miteinander sind verbindlich.

         

        Lehrpersonen

                          •               schaffen ein sicheres, wertschätzendes Umfeld

                          •               respektieren Grenzen und akzeptieren ein „Nein“

                          •               dulden keine Gewalt (psychisch/physisch/sexualisiert) und greifen ein

                          •               melden Verdachtsmomente/Vorfälle an zuständige Stellen

                          •               kommunizieren klar, respektvoll und diskriminierungsfrei

                          •               berühren Schüler*innen nur, wenn sportlich notwendig und angemessen

                          •               vermeiden Hilfestellungen mit Körperkontakt; wenn nötig: erklären und ankündigen

                          •               filmen/fotografieren nur mit ausdrücklicher Zustimmung, besonders sensibel bei Sport-/Badekleidung

         

        6.5.          Verletzungsprävention und Erste Hilfe

                          •               Übungen altersgerecht planen, Überforderung vermeiden

                          •               Fachgerechte Sicherung sicherstellen

                          •               Ein vollständiges Erste-Hilfe-Set ist stets verfügbar (in und außerhalb der Schule)

         

        7.   Akut-Interventionsplan bei Gewalt und Mobbing

         

        Schritt 1: Sofortmaßnahmen (Stopp-Phase)

                          •               Gewalt sofort unterbrechen

                          •               Beteiligte trennen

                          •               Opfer schützen, Erste Hilfe leisten

                          •               Bei hoher Aggression: Begleitung in den Rückzugsraum

         

        Schritt 2: Einordnung und Meldung

                          •               Konflikt oder systematisches Mobbing?

                          •               Meldung an zuständige Ebene (KV / Kinderschutzteam / Schulleitung)

                          •               Vorfall sachlich dokumentieren

         

        Schritt 3: Aufarbeitung und Maßnahmen

                          •               Peer-Mediation bei leichten Konflikten

                          •               Bei schwerer Gewalt: getrennte Gespräche (Opfer/Täter*in)

                          •               Erziehungsberechtigte zeitnah informieren

         

        Schritt 4: Nachsorge

                          •               Monitoring in den Folgetagen/-wochen

                          •               Präventionsarbeit im Unterricht verstärken

                          •               Hilfsangebote sichtbar machen (Infoblatt/Postkarten)

         

        7.1.          Zuständigkeiten (Kurzüberblick)

         

        Aufsichtsführende Lehrperson

                          •               Stopp, Trennung, Schutz, Erste Hilfe, Rückzugsraum

         

        Peer-Mediator*innen

                          •               Schlichtung bei leichteren Konflikten

         

        Vertrauenslehrpersonen / Kinderschutzteam

                          •               Beratung, Klärung, Koordination, Weiterleitung

         

        Schulleitung

                          •               Entscheidungen, externe Stellen, strukturelle Maßnahmen, Elternkommunikation

         

         

         

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